Die Plitvicer Seen waren für uns von Anfang an einer der Höhepunkte dieser Reise. Entsprechend groß waren die Erwartungen.

Am Ende haben sie sie sogar übertroffen.

Was wir gelernt haben: die Organisation macht einen Unterschied. Mit dem richtigen Timing wird aus einem ohnehin großartigen Tag ein außergewöhnlicher.

Kurz gesagt

01 — In der Nähe übernachten.

02 — Früh buchen und die Route planen.

03 — Früh im Park sein.

04 — Essen, Trinken und Toiletten einplanen.

05 — Rastoke nicht auslassen.

06 — Den Aussichtspunkt außerhalb des Parks besuchen.

In der Nähe übernachten

Plitvice liegt weit entfernt von den klassischen Urlaubsorten an der Küste. Gerade deshalb würden wir heute unbedingt mindestens eine Nacht in der Nähe verbringen.

Der eigentliche Gewinn ist nicht die kürzere Anfahrt. Der Gewinn sind die ersten Stunden des Tages. Man startet entspannt, vermeidet den morgendlichen Anreiseverkehr und kann den Park betreten, wenn viele andere noch unterwegs sind.

Eingang und Route richtig wählen

Unser Gastgeber empfahl uns eine klare Strategie:

Früher Zeitslot am Eingang 2, mit dem Panoramazug zu den oberen Seen und anschließend auf Route H entspannt bergab durch den Park.

Wir entschieden uns anders. Weil wir den großen Wasserfall möglichst früh fotografieren wollten, starteten wir am Eingang 1. Das funktionierte gut.

Im Rückblick würden wir trotzdem den Rat unseres Gastgebers befolgen.

Der große Wasserfall beeindruckt, die eigentliche Stärke der Plitvicer Seen liegt aber in ihrer Gesamtheit: türkisfarbene Seen, unzählige Wasserfälle, Holzstege und ständig wechselnde Perspektiven. Gerade die oberen Seen haben uns besonders begeistert.

Dazu kommt ein praktischer Vorteil: Viele Besucher beginnen ihre Runde am Eingang 1. Wer an Eingang 2 startet und bergab läuft, bewegt sich häufig deutlich entspannter durch den Park.

Wichtig ist außerdem:

  • Tickets möglichst früh online reservieren.
  • Der Park arbeitet mit festen Einlasszeiten.
  • Die ausgeschilderten Routen sind als Einbahnsystem organisiert. Das funktioniert hervorragend, setzt aber eine gewisse Planung voraus.

Früh im Park sein

Wir hatten den ersten Zeitslot um 7 Uhr morgens gebucht. Vor uns stand genau ein Besucher.

Ein Einheimischer, der mit seinem Hund noch vor der offiziellen Öffnungszeit unterwegs war.

Später änderte sich das Bild. Nicht chaotisch. Aber voller.

Die frühen Stunden bieten nicht nur die größte Ruhe, sondern auch das schönste Licht.

Essen, Trinken und Toiletten

Diesen Punkt hatten wir vorher unterschätzt. Im Park gibt es nur wenige größere Bereiche mit Restaurants, Picknickplätzen und Toiletten:

  • an der Station des Panoramazugs,
  • an der Bootsanlegestelle zwischen oberen und unteren Seen,
  • sowie an den beiden Eingängen.

Dazwischen führen die Wege fast ausschließlich über Holzstege und schmale Pfade. Wer unterwegs plötzlich Hunger bekommt oder dringend eine Toilette sucht, muss unter Umständen noch eine ganze Weile weiterlaufen.

Deshalb lohnt es sich, Essen, Trinken und Pausen bewusst einzuplanen.

Rastoke

Wenn ihr ohnehin in der Region unterwegs seid, solltet ihr Rastoke unbedingt besuchen. Der kleine Ort mit seinen historischen Mühlen, Wasserläufen und Holzbrücken ist kein Ersatz für Plitvice. Aber ein wunderbarer Auftakt oder Abschluss.

Beste Fotos

Für Fotografen sind die Plitvicer Seen ein Traum.

Unsere wichtigsten Erfahrungen:

  • Polfilter verwenden.
  • Niedrige ISO-Werte und eher geschlossene Blenden wählen.
  • Auf ein Stativ verzichten (die Stege vibrieren sowieso)

Bonus: Der Aussichtspunkt außerhalb des Parks

Unser Gastgeber gab uns noch einen Tipp, den wir wahrscheinlich nie selbst gefunden hätten. Außerhalb des eigentlichen Nationalparks liegt ein Aussichtspunkt mit einem spektakulären Blick auf den großen Wasserfall und die Schlucht.

Wer am nächsten Morgen noch etwas Zeit hat, sollte diesen kurzen Abstecher unbedingt einplanen. Vormittags ist das Licht hier am besten. Vor der Holzbrücke gibt es Parkmöglichkeiten, dann geht es gegenüber (immer noch vor der Brücke und tatsächlich an der Kante des großen Wasserfalls vorbei) ein kurzes Stück durch den Wald bis zur Aussichtsplattform.

Der Aussichtspunkt zeigt die Plitvicer Seen noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive (wie im Foto oben).

Was wir anders machen würden

Beim nächsten Besuch würden wir wahrscheinlich dem Rat unseres Gastgebers folgen: Start am Eingang 2, mit dem Panoramazug zu den oberen Seen und anschließend auf Route H durch den Park.

Wieder so machen

Wir würden wieder in der Nähe übernachten. Wir würden wieder den frühesten Zeitslot buchen. Wir würden wieder Rastoke besuchen. Wir würden wieder einen Polfilter einpacken.

Denn die Plitvicer Seen gehören für uns zu den eindrucksvollsten Landschaften, die wir auf dieser Reise erlebt haben. Mit etwas Vorbereitung lässt sich dieses Naturwunder erstaunlich entspannt erleben.