Gerade habe ich das neueste Mitglied unserer Reisefamilie ins Haus getragen: eine weiße Kompressor-Kühlbox. Frisch zurück von unserem Roadtrip durch Slowenien, Kroatien, Montenegro und Bosnien-Herzegowina.

Diesmal waren wir mit dem Sharan unterwegs. 3.600 Kilometer. Maximal drei Nächte in einem einzelnen Airbnb. Wir hatten tolle Airbnbs. Fast immer selbst gekocht. Ich habe irgendwann angefangen, in jedem Supermarkt zuerst nach alkoholfreiem Bier und Hähnchen zu suchen. Angie stand währenddessen längst beim Gemüse. Keine „Unterbrechung der Kühlkette“, egal wann oder wo am Tag wir den „richtigen“ Supermarkt für unsere Einkäufe gefunden haben. Wir sind anspruchsvoll, was Supermärkte betrifft. Eigentlich kaufen wir nichts Außergewöhnliches, aber wir lieben gute Supermärkte.

Angie fragt sich und mich manchmal, wann wir den Reisestil finden, der der unsere ist. Wir haben vieles gemacht in den letzten Jahren: mit dem gemieteten Van durch die Provence und an die Atlantikküste, Thailand mit Flugzeug und Mietwagen, Roadtrips durch die USA, Yoga in Apulien und Miami, zwei Kreuzfahrten, Singapur und Bali mit der ganzen Familie, jetzt eben mit Auto und Airbnb Richtung Balkan. Und jedes Jahr mit unserem alten, kleinen Wohnwagen in die Lagune von Venedig.

Immer wieder fragen wir uns, ob sich der Business Case für einen eigenen Van rechnet.

Sind wir wirklich auf der Suche nach dem einen richtigen Reisestil? Irgendwie schon, irgendwie auch nicht. Wir genießen die Abwechslung. Nicht jedes Ziel passt zu jeder Art des Reisens. Und jede Reise ist am Ende eine Sammlung von Suchen. Diesmal konnten wir nicht mit unserem Van am Meer stehen und mit offener Tür und Blick auf den Atlantik kochen. Umgekehrt saßen wir auf unserem Balkon mit Blick auf die Bucht von Kotor und nicht eingepfercht zwischen Wohnmobilen auf einem eher unschönen öffentlichen Parkplatz.

Es gibt gemeinsame Nenner. Wir diskutieren Gruppenreisen, aber da erscheint uns das Korsett noch zu eng und die Kompromisse zu groß. In unserer frühen Reisephase — also vor gut 25 Jahren — waren wir oft mit Rucksack und sogar Zelt unterwegs. Heute genießen wir ein Airbnb mit Küche, Bett und Blick. Kein Luxus, aber aus dem Hostel-Alter sind wir raus. Klingt leicht spießig. Ist es aber nicht. Oder höchstens ein bisschen.

Die Suche ist der Stil

Auch wenn wir immer wieder mit der Frage experimentieren. Die Suche ist der Stil.

Genau wie bei den Reisen selbst. Wir bekennen uns dazu, Freude am Schönen zu haben. Und wenn das die Orte sind, zu denen viele reisen, dann ist das halt so.

Gleichzeitig bleiben wir auf der Suche. Meistens fragt einer von uns, ob wir jetzt das Besondere dieses Ortes gefunden haben. Oder der andere fragt, weil er spürt, dass das Gefühl noch nicht da ist. Ist es die Natur, die Weite, die Farbe, das Gefühl des Meeres, der Berge, die Größe, die kreative Kraft, die Geschichte, die Stimmung, das Detail? Meistens finden wir etwas. Die Ziele sind so ausgesucht. Manchmal finden wir es auch nicht. Dann war es vielleicht nicht „unseres“. Manchmal braucht es auch einfach etwas Zeit.

Was bleibt, ist die Suche. Fragen tauchen auf. Warum sind so viele der Dächer von Dubrovnik neu? Warum ist das Empire State Building immer noch der schönste Wolkenkratzer in New York? Warum sind wir auf Bali jedem Wasserfall nachgejagt, während wir die viel spektakuläreren Fälle Europas gerade erst entdecken? Ist „Übertourismus“ ein Problem? Und warum eigentlich haben uns unsere Kreuzfahrten so viel Spaß gemacht? Dann tun sich neue Ebenen auf. Verbindungen. Das Schöne, das aus dem Hässlichen entstanden ist. Der Konflikt, den man nicht mehr sieht. Die Idee, die dahinter steht. Ambivalenzen. Fast immer könnte die Suche weitergehen, tiefer gehen. Aber irgendwann würde aus der Reise ein Forschungsprojekt. Reisen ist, an einem anderen Ort eine neue Suche zu beginnen.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum wir diese Reisen aufschreiben: nicht, um endgültige Antworten zu finden, sondern um die Schichten unter dem ersten Eindruck nicht gleich wieder zu verlieren. Und manchmal reicht es trotzdem, einfach nur Freude zu haben an all dem Schönen, das unterwegs vor einem liegt.

Die weiße Kühlbox brummt übrigens gerade leise in unserer Küche vor sich hin. Unser eigener Kühlschrank schwächelt. Und wir haben uns so an sie gewöhnt.

Kühlbox praktisch

01 — Kompressor oder thermoelektrischUnsere Box ist eine Kompressor-Kühlbox. Der Unterschied war für uns entscheidend: Eine Kompressorbox kühlt unabhängig von der Außentemperatur zuverlässig auf Kühlschranktemperatur herunter. Thermoelektrische Boxen schaffen meist nur eine bestimmte Differenz zur Umgebungstemperatur. Bei großer Hitze im Auto ist das schnell zu wenig. Genau deshalb haben wir uns für die Kompressorvariante entschieden.

02 — Unsere LösungUnsere Box hat knapp 30 Liter Füllvolumen, was sich als völlig ausreichend bewiesen hat für zwei Personen.

03 — StromversorgungDie Herausforderung auf so einem Roadtrip ist, dass die Kühlbox auch läuft, wenn man zwischendrin mal ein paar Stunden das Auto stehen lässt, um etwas anzuschauen, ohne damit die Auto-Starter-Batterie leerzusaugen. Unsere Lösung ist, die Box, die nur einen 12V-Anschluss hat, an einer tragbaren Powerstation mit 288 Wattstunden zu betreiben, die wiederum an den 12V-Anschluss im Heck unseres Sharan angeschlossen ist. Der schaltet ab, wenn die Zündung abgeschaltet ist, und die 288 Wh reichen völlig aus, um die Box einige Stunden lang zu betreiben. Für dieses Setup braucht man zusätzlich noch ein Ladekabel mit 12V-Anschluss für die Powerstation, damit die während der Fahrt geladen wird.

04 — AlternativenEine Alternative wäre eine zweite Autobatterie, die man mit einem Relais-Set an die Starter-Batterie anschließt. Das würde man in einem Camper machen, für unseren Zweck erschien uns das etwas umständlich. Ebenfalls eine Alternative wäre eine größere Powerstation. Damit könnte man die Kühlbox auch ein paar Tage autonom betreiben, aber die wiegen dann schnell 10 kg und das ist nicht unser Use Case.

05 — Im ApartmentWir tragen in der Regel die Kühlbox ins Apartment und schließen sie dort mittels eines Adapters an die Steckdose an. Viele Kompressor-Kühlboxen haben auch einen integrierten 220V-Anschluss und brauchen keinen extra Adapter.

06 — Unser FazitJa. Ohne jede Diskussion.